Vor Ihnen liegt das Hiddeser Bent. Es ist ein lebendes Hochmoor. Durch Renaturierungsmaßnahmen, wie z.B. Wiedervernässung und Entwaldung, misst es heute 2 ha und ist der größte zusammenhängende Moorrest im Naturpark. Im 18. Jahrhundert war das Moor 90 ha groß. Viele Jahrhunderte haben die umliegenden Dörfer das Moor trockengelegt um Torf zu stechen. Torf diente als Brennmaterial zum Kochen und Heizen. Nach der Torfstecherei wurden die Flächen als Acker- oder Weideflächen genutzt.
Moore gehören zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Ökosystemen. Sie sind über Jahrtausende durch hohe, gleichmäßige Feuchtigkeitseinträge entstanden, in ihnen herrschen sauerstoff- und nährstoffarme Bedingungen. Abgestorbene Pflanzenreste können darin nur unvollständig verwittern, wodurch sie als Torf abgelagert werden. Besonders Torfmoose sind an der Torfbildung beteiligt. Da Pflanzen für ihr Wachstum CO2 aus der Atmosphäre benötigen, speichern Moore große Mengen CO2, auch wenn sie nur sehr langsam wachsen. Sie bieten vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, kühlen die Umgebung und speichern Wasser. Lange Trockenperioden oder bewusste Trockenlegung schaden ihnen sehr, das gespeicherte CO2 wird dann wieder frei. Wissenschaftler haben errechnet, dass ein Hektar degradiertes Moor soviel CO2 ausstößt wie 5 PKW die jährlich 20.000 km fahren.
Bakterien die unter den sauerstoffarmen Bedingungen im Moor leben, setzen Lachgas und Methan frei, wodurch Moore wiederum dem Klima schaden. Intakte Moore wären jedoch durch die CO2-Speicherung klimaneutral. Die meisten Moore sind jedoch degradiert, der CO2-Ausstoß durch sie wird mittlerweile in Klimastatistiken berücksichtigt. Renaturierungsmaßnahmen können daher einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

